Brand – B4 Silo

Okt 7, 2019

Datum: 7. Oktober 2019 um 12:35 Uhr
Alarmierungsart: Funkmeldeempfänger
Einsatzart: Brand
Einsatzort: Aich – Bodenkirchen
Fahrzeuge: 11/1 Mehrzweckfahrzeug, 53/1 Sonderfahrzeug GW-A/S
Weitere Kräfte: BF Regensburg, FF Aich, FF Binabiburg, FF Bodenkirchen, FF Bonbruck, FF Egglkofen, FF Frauensattling, FF Geisenhausen, FF Treidlkofen, FF Vilsbiburg, Kreiseinsatzzentrale Landshut, ÖEL Landkreis Landshut, Polizei, Rettungsdienst, THW Ergolding, THW Landshut


Einsatzbericht:

Feuerwehreinsatz nach rund 53 Stunden erfolgreich beendet
Feuerwehren verhindern Staubexplosion auf dem Werksgelände der Fa. Bulthaup

Am Montagmittag gegen 12:30 Uhr heulten im Binatal die Sirenen der Feuerwehr. Auf dem Werksgelände der Fa. Bulthaup hat sich aus bisher unbekannten Gründen eine Verpuffung im Bereich der Späneabsaugung ereignet. Dadurch bildeten sich Glutnester in den gefüllten Silotürmen des Heizkraftwerkes, die einen Schwelbrand zur Folge hatten. In Folge dessen lief ein tagelanger Einsatz der Freiwilligen Feuerwehren an. 

Seitens der Integrierten Leitstelle in Landshut wurden umgehend die Feuerwehren aus Aich, Bonbruck, Vilsbiburg, Geisenhausen, Bodenkirchen, Binabiburg, Treidlkofen, Egglkofen, Frauensattling, Ahrain, Tiefenbach, die Kreisbrandinspektion sowie das Technische Hilfswerk, Rettungsdienst und Polizei alarmiert. In Landshut wurde die Kreiseinsatzzentrale besetzt, um im Hintergrund agieren zu können. Nach einer ersten Erkundung mittels Drehleiter der Feuerwehr Vilsbiburg stand fest, dass beide Silotürme betroffen waren.

Während auf dem Werksgelände die örtliche Einsatzleitung eingerichtet wurde, bauten die Feuerwehren zwei Schlauchleitungen aus der Bina auf und nahmen einen Hydranten zur Löschwasserförderung in Betrieb. Parallel dazu wurde abgeklärt, wie die weitere Vorgehensweise aussieht. Man entschied sich zunächst die Silos mit Kohlenstoffdioxid zu fluten. Nach Rücksprache mit der Berufsfeuerwehr Regensburg hatte diese das Löschmittel vorrätig und rückte unverzüglich zur Einsatzstelle aus. Nachdem die beiden Silos geflutet waren, zeigte sich zunächst Besserung. Allerdings konnten die Glutnester nicht komplett erstickt werden, sodass immer wieder Rauch aufstieg. Daher entschloss man sich im nächsten Schritt einen Saugbagger an die Einsatzstelle zu beordern, um die Glutnester abzusaugen. 

Dazu wurde ein Bunker im oberen Bereich geöffnet und mittels Saugschlauch versucht, das brennende Material zu entfernen, was jedoch sehr schnell aufgegeben werden musste, da diese Maßnahme nicht den gewünschten Erfolg brachte. So entschloss man sich das Silo weitestgehend abzulöschen und über Nacht eine Brandwache an der Einsatzstelle zu belassen. Durch das Technische Hilfswerk Landshut wurde die Einsatzstelle großflächig ausgeleuchtet. Das Technische Hilfswerk Ergolding stellte einen Fachberater zur Seite.

Über die Nacht hinweg wurden die beiden Silotürme durchgehend gekühlt, um die Temperatur für eine vollständige Entleerung zu senken. Ab Dienstagvormittag wird nun mit zwei Saugbaggern der komplette Siloinhalt abgesaugt und die Einsatzstelle im Anschluss an den Betreiber am Mittwochabend übergeben. Währenddessen wurde durch die Feuerwehren eine durchgehende Brandwache gestellt.

Aufgrund der Komplexität des Einsatzes wurde am Montag ein Atemschutzpool gebildet, in welchem sich die Geräteträger mit Atemschutzgeräten ausrüsteten und in Bereitstellung auf den Abruf zum Einsatz warteten. In regelmäßigen Abständen wurde am Einsatzleitwagen der Feuerwehr Tiefenbach eine Lagebesprechung abgehalten und die Situation neu bewertet. Kreisbrandrat Thomas Loibl eilte ebenfalls an den Brandort und machte sich selbst ein Bild der Lage. 

Am Mittwochabend um 17:15 Uhr konnte der zweite Kommandant der Feuerwehr Aich, Johann Grötzinger, den Einsatz für beendet bei der Integrierten Leitstelle in Landshut melden. Beide Silotürme wurden von zwei Saugbaggerunternehmen weitestgehend geleert und die Gefahr gebannt werden. Herausgeförderte Glutreste wurden abgelöscht. 

Das Primärziel, eine Staubexplosion zu verhindern, konnte somit in einem rund 53-stündigen Großeinsatz erreicht werden. Dazu waren über die gesamte Einsatzdauer durchgehend Feuerwehrfrauen und -männer auf dem Werksgelände der Fa. Bulthaup im Einsatz. Was nun bleibt ist die gesamten Fahrzeuge zu reinigen, Atemschutzgeräte zur Wartung zu bringen, Schläuche zu waschen, trocknen und die Einsatzbereitschaft wieder herzustellen. 

Bericht und Fotos von Dominik Götz